Gagnante -auch "Sortante" genannt, französisch "die gewinnende Chance": Die gewinnende Chance wird nachgesetzt. Garcia, Thomas -Der in Zaragoza geborene Spanier war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Schrecken der Spielbanken Bad Homburg, Baden-Baden und Monte Carlo. Garcia brachte durch seine aggressive Spieltaktik, die unter dem Titel "Ein Drittel und das Ganze" (Tiers et Tout) bekannt geworden ist und durch sein hohes Kapital die Spielbanken mehr als einmal in starke finanzielle Bedrängnis. Er teilte sein Tischkapital in drei Teile und setzte zuerst ein Drittel und bei Verlust zwei Drittel seiner Masse. Bisweilen liess er auch seine Geliebte und seinen Bruder Maximumsätze tätigen, so dass das erlaubte Maximum (damals in der Regel 12.000 Franken) deutlich überschritten wurde. Dieses "Bandenspiel", das heute verboten ist, war damals noch gestattet. Sein höchster Tagesgewinn betrug in Bad Homburg 374.000 Franken. Das war für die damaligen Zeiten eine unvorstellbare Summe, machte doch diese Summe den halben oder manchmal ganzen Jahresgewinn der Spielbank aus. Trotz seiner exorbitanten Gewinne endete Garcia als armer Mann, weil er seiner Verblendung jedes Mass verloren hatte und nicht wahrhaben wollte, dass die Bank im "Hurrastil" nicht zu besiegen ist. Gauß, Karl Friedrich -Mathematiker, Weiterentwickler einer Wahrscheinlichkeitskurve, die heute als "Gauß'sche Glockenkurve" bekannt ist, aus der die Abweichungen von der Normalverteilung von Zufallsereignissen (nicht nur beim Roulette) zu ersehen sind. Im Zusammenhang mit dieser Kurve wird der Begriff " Standardabweichung" verwendet. Die dreifache Standardabweichung von der Normalverteilung deckt 99,73 % aller Ereignisse ab und wird auch als Gütemerkmal für ein Roulettesystem betrachtet. Geheimnis des Roulette -Dieses, leider vergriffene, Buch von Thomas Westerburg (im Econ-Verlag erschienen) setzt sich nicht nur ausgiebig und kompetent vor allem mit den Einfachen Chancen auseinander, sondern bietet dem Leser zudem amüsante Anekdoten und Histörchen aus der Welt des Spiels. Gesetz des Drittels (Zweidrittelgesetz) -Das Zweidrittelgesetz wird vor allem bei den Pleinzahlen deutlich. Es sagt aus, dass innerhalb von 36 Würfen (1 Rotation) ca. 12 Zahlen gar nicht und ca. 24 Zahlen einmal oder mehrmals erscheinen (die genauen Werte sind: 13,42 Zahlen erscheinen nicht und 23,58 Zahlen erscheinen ein- oder mehrmals). Da nur rund zwei Drittel aller Zahlen in einer Rotation erscheinen und die mathematische Durchschnittsverteilung bilden, ist vom "Zweidrittelgesetz" die Rede. Bei den höheren Chancen macht sich das Zweidrittelgesetz ebenfalls bemerkbar und sogar bei den Einfachen Chancen kann man es mit Hilfe von Figuren transparent machen. Gesetz der Großen Zahl -Die Statistik basiert zum großen Teil auf dem "Gesetz der Grossen Zahl": Wenn die Anzahl der untersuchten Einzelfälle gross genug ist, verschwinden die zufälligen Abweichungen und die typischen Zahlenverhältnisse kommen zum Vorschein. Beim Roulette bedeutet diese Erscheinung, dass sich nach einer genügend grossen Anzahl von geworfenen Coups z. B. Schwarz und Rot ausgleichen, obwohl es auf dem Weg zu diesem Ausgleich mehr oder minder heftige Abweichungen in beide Richtungen gegeben hat. Leider kann das "Gesetz der Grossen Zahl" nicht für eine erfolgversprechende Roulettesystematik verwendet werden, weil einmal die Zeiträume, in denen sich der Ausgleich einstellt, viel zu gross sind und zum anderen - und das ist der Hauptgrund - die Zero unerbittlich ihren Tribut fordert. Gesetz der Serie -"Das Gesetz der Serie", das sich am deutlichsten auf den Einfachen Chancen manifestiert, besagt, dass 50 % aller Coups Einzelcoups und 50 % aller Coups Seriencoups sind. Die Seriencoups bestehen zu 25 % aus Zweierserien und zu 25 % aus höheren Serien . Diese Verteilung stellt sich so dar:
Bei 128 Erscheinungen ergibt sich folgende Verteilung:
Jede Serie erscheint also doppelt so häufig wie die nächst höhere Serie. Gesetz der Unendlichkeit der Permanenz -Unabhängig davon, ob eine Permanenz aus aufeinanderfolgenden Coups von einem Tisch besteht, oder aus Coups von verschiedenen Tischen, oder von Coups, die an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten notiert worden sind, gehorcht jede Permanenz denselben mathematischen und wahrscheinlichkeitstheoretischen Gesetzen. Gewinn -Alle in einer Spielbank erzielten Gewinne sind steuerfrei. Gewinnchancen -Von allen Glücksspielen bietet das Roulette die höchsten Gewinnchancen. Im Gegensatz zum Lotto beispielsweise, wo nur 50 % der Einsätze den Gewinnern zugute kommen, sind das beim Roulette auf den Einfachen Chancen 98,65 % und bei den Mehrfachen Chancen 97,3 %. Gewinnprogression -Eine Gewinnprogression steigert, wie der Name schon sagt, die Einsätze nach Gewinnen. Die einfachste Art ist das Paroli, wobei Einsatz und Gewinn ein Mal oder mehrere Male liegen bleiben. So bringt ein einfaches Paroli drei Stücke Gewinn (Auszahlung vier Stücke minus ein Stück Einsatz); ein zweifaches Paroli sieben Stücke Gewinn (Auszahlung acht Stücke minus ein Stück Einsatz); ein dreifaches Paroli 15 Stücke Gewinn (Auszahlung 16 Stücke minus 1 Stück Einsatz) usw. Zwei der bekanntesten Gewinnprogressionen sind die Guetting-Progression und die Unverlierbare Progression von Fritz Werntgen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Varianten, Steigerung der Einsätze im Gewinn vorzunehmen. Eine Gewinnprogression sollte jedoch immer an den Kurvenverlauf der verwendeten Strategie angepasst werden. Gitterung der Permanenz -Um die Permanenz transparenter zu machen, kann diese "gegittert" werden. Z. B. kann eine Permanenz nach Dreier- oder Viererfiguren aufgeschlüsselt werden, wobei nach jeder entstandenen Dreier- oder Viererfigur ein Strich gezogen und neu ermittelt wird. Durch diese Taktik werden Situationen vermieden, die bei der fortlaufenden Notierung von Figuren zu Überlappungen oder Wartezeiten führen, die den Spielablauf verfälschen. Glahn, Frank A. -Autor des 1926 erschienenen Buches "Das systematische Roulettespiel". Gleichsatz -auch masse égale (aus dem französischen). Ein System im Gleichsatz sieht keine Einsatzerhöhung vor, es wird also durchgängig dieselbe Satzhöhe verwendet. Glockenkurve -siehe Stichwort Gauss. Glücksspiel -Alle Spiele (mit Kugeln, Würfeln, Karten usw.), bei denen die Entscheidung über den Fortgang oder den endgültigen Ausgang ausschließlich vom Zufall abhängig ist, sind Glücksspiele. Von den in Casinos angebotenen Spielen zählen in erster Linie Roulette, aber auch Baccarat, Craps (ein amerikanisches Würfelspiel), Automaten usw. dazu, während Poker und Black Jack nach vorherrschender Ansicht auch den Geschicklichkeitsspielen zuzurechnen sind. Grilleau de, Marigny -Bedeutender französischer Roulettewissenschaftler, der als "Vater der Roulettewissenschaft" gilt. Generationen von Spielern und Rouletteinteressierten haben sein 1926 erschienenes Werk "Le Gain scientifique d'une seule Unité" geradezu verschlungen. Der Autor hat in diesem sehr empfehlenswerten Buch, dessen Verbreitung übrigens erst durch die deutsche Übersetzung von G. Mandelkow möglich wurde, nicht nur sehr interessante historische und philosophische Streifzüge unternommen, sondern auch seine auf der Ausnutzung von Ecarts auf den Einfachen Chancen basierende Methode exakt beschrieben und eine beeindruckende Gewinnbilanz über 180 Tage beigefügt, die alle mit dem angestrebten Gewinn von +1 endeten. Guetting, Charles -Roulettewissenschaftler, der einen interessanten, nach ihm benannten Marsch und eine mehrstufige Gewinnprogression erfunden hat. Der Guetting-Marsch basiert auf der Avant-derniere (Spiel auf den vorletzten Coup), ergänzt durch einige Zusatzregeln. Die Gewinnprogression versucht, die Treffer mit den höheren und die Fehltreffer mit den niedrigeren Sätzen zu erzielen. Das Schema der mehrstufigen Guetting-Gewinnprogression, deren Höchstsatz 40 Stücke beträgt, sieht folgendermassen aus:
Der erste Satz erfolgt mit 2 Stücken. Wurde dieser Satz zweimal hintereinander gewonnen, so wird auf die nächste Stufe übergegangen und der Satz mit 3 Stücken getätigt. Gewinnt man auch hier zweimal hintereinander, so ist der nächste Satz 4 Stücke usw. |


